Spaghetti pomodoro

Spaghetti pomodoro

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Es chunnt vor, dass öpper z früech chunnt. Aber das isch en angeri Gschicht.

Text: Elsbeth Boss | Bilder: zvg

Es «Date!» … Ds erschte! Si het ne yglade. Zu Spaghetti pomodoro mit Chipolata. Es lütet. Nid günschtig! Si isch am Choche. Aber es cha ne no nid sy. Isch viu z früech. Si nimmt Pfanne mit em Oliveöu, wo grad aafat sprutzle, vom Herd, rybt d Händ am Chuchischurz ab, staabet düre Gang, tuet Tür uf, u seit afe mau: «Grüessech!» Es tönt, win es glug­gsigs, ungerwasserfüechts, ruurigs Chnurre, u si gseht nüüt aus e Bluemestruuss uf zwöine Bei.

U de glüssle es paar Ouge näbefüre, u öpper seit rächts vom Struuss: «Guguuss!», u de linggs: «Dadaa!», u streckt ere das morzgrosse u abartig schöne Buggee egäge.

U itz isch ds Stuune a ihm! Vor ihm steit si, auso die, wo ne yglade het, u luegt ne mit grosse Ouge dür ne Toucherbrüue aa, het e Schnorchu im Muu ... u erstickt schier vor lache. Si schiebt d Brüue samt Schnorchu uf d Stirne u gseht itz us wi die, wo ne yglade het. Der prächtig Bluemestruuss isch geng no zwüsche ihne. Si gryfft derna, u ihrer Händ berüere sech. Es tschuderet se schier, so wou tuet das!

Är heig nümm sicher gwüsst wenn, u heig ddäicht, är chömm lieber z früech aus z spät, we vilech scho aus verchochet u verploderet oder aabbrönnt syg. Si chnüblet ar Brüue mit Schnorchu, probiert das «Corpus delicti» ohni Schade für d Frisur loszwärde, u seit, es syg scho rächt, si syg afe grad am Zibele schinte, u drum heig si di Toucherbrüue montiert. Imne Choch-Ratgäber heig si gläse, dass das e würksami Methode syg, für z verhindere, dass d Ouge bim Zibeleschnätzle trääni.

Oh! di Brüue stöng ihre aber usgezeichnet, u mit em blaue Rand passi die ja prima zum blau-wyssghüslete Chuchischurz, gspasset er. Si het natürlech nid gseit, dass si di Brüue samt Schnorchu «montiert» heig, für dass si ihres Ougemakeup nid wägem aggressive Zibelesaftmief verhüüli u verschlaarggi. Si isch nämlech fasch der ganz Nami bir Coiffeuse u bir Kosmetikere gsi, für ömu ja hinecht gut uszgseh. – Was itz auä grad für d Chatz isch!

Si «montiert» di blödi Toucherbrüüue mit spitze Finger sorgfäutig ab, leit se uf e Chuchitisch, steut d Blueme y, danket, u seit, si wöu no d Sosse fertig mache, streckt ihm Zytig häre, u meint, är chönn ja syder läse. «Nei», seit er, leit Toucherbrüue aa u hoopet düre Schnorchu, si söu ihm bitte ds Brättli, der Schnitzer, di böse Gränni-Zibele u grad no der Chnoblouch gä, är wöu dä geniau Wunder-Tipp grad usprobiere. Schliesslech chönn me geng ume öppis Nöis lehre.

Si hei de das chüschtige Zibele-Chnoblouch-Tomatesosse-­Wunder-Spaghettigchöch «Spaghetti-Pomodoro-Miracolo» touft. U mit eme länge, chüschtige «Pomodoro-Miracolo-Müntschi» ihri Fründschaft besiglet u ihres Glück gfyret. Isch «Glück» nid es schäbigs, chlyns, nüüteligs Wort für nes wahrhaft grosses Gfüeu?

 

Elsbeth Boss

Elsbeth Boss ist in Uetendorf aufgewachsen und lebt heute in Rapperswil (BE). Sie war Lehrerin, Journalistin, Redaktorin und ist seit der Pensionierung Kunstschaffende. Malen und Schreiben sind ihre Passion. Schreibend Geschichtenbilder malen, erzählen, was sein könnte, Wortbilder erfinden, fabulierend beobachten und beobachtend fabulieren, das mag sie. Ihre Bücher «U plötzlech passierts» (2019), «U plötzlech wienachtets» (2021), «U plötzlich Päng (2022) und «U plötzlich pressierts» (2024) sind im Weber Verlag erschienen und kosten CHF 29.–.


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