Auf dem Jakobsweg zur Wasserburg Wyssenau

Auf dem Jakobsweg zur Wasserburg Wyssenau

Wussten Sie, dass die Ruine Wyssenau ehemals auf einer Insel stand?  Und dass es sich bei ihr um die besterhaltene und grösste Burganlage im Berner Oberland handelt? Heute empfängt sie ihre Besucherinnen und Besucher im idyllisch-gepflegten Naturschutzgebiet Weissenau-Neuhaus mit spannenden Kraftorten. Ein Besuch, kombiniert mit einem entschleunigenden Spaziergang durch die naturnahe Uferlandschaft, ist ein Muss für Kraft- und Naturliebhaberinnen und -liebhaber.

Text und Bilder: Andrea Fischbacher

Vom damaligen Hafen sehen Sie nichts mehr, obwohl er von grosser Wichtigkeit war. Im 13. Jahrhundert wurde die Anlage am Handelsweg über die Alpenpässe errichtet. Ihre Funktion war die Kontrolle des Warenverkehrs und der Schutz der Wege und Händler. Dank der Insel war ihre Lage ausgezeichnet, aussichtsreich und gut gesichert. Im Mittelalter war diese strategische Stellung entscheidend für die Durchsetzung und Wahrung der wirtschaftlichen und militärischen Interessen der Eigner und ihrer Verbündeten. Steigen Sie die 71 Treppenstufen zur Aussichtsplattform auf dem alten Burgturm in 14,5 m Höhe auf. Die Weitsicht, die Sie hier erwartet, ist noch immer fantastisch. Geniessen Sie das Privileg, sich dieser ganz ohne Kontrollzwang und Sicherungsarbeiten zu erfreuen. Im 13. Jahrhundert wäre dies nicht möglich gewesen.

Bild: Der perfekte Kontrollpunkt

Auf der Via Jacobi

Vielleicht spazieren Sie auf dem Jakobsweg von Interlaken der Aare entlang zur Ruine am See. Es ist der landschaftlich reizvolle Wegabschnitt von Interlaken über das Bödeli zu den St. Beatus-Höhlen und von Merligen über den Thunersee nach Spiez. Vielleicht fahren Sie mit dem Schiff oder dem Bus bis Neuhaus und entdecken, ebenfalls auf dem Jakobsweg, einfach von der anderen Seite her, die einstige Burg. In diesem Falle geniessen Sie die vielen kraftvollen Bäume entlang des Ufers auf dem ehemaligen Überschwemmungsfächer. Über Jahrhunderte schufen die Bergbäche eine beachtliche Deltalandschaft. Heute sind die Wasserläufe begradigt, und das renaturierte Delta steht unter Naturschutz, weshalb Sie die bezeichneten Wege nicht verlassen sollten. Viele der grossen Bäume wurzeln an Orten der Kraft oder an Akuplätzen, die mit noch intensiverer Kraft aufwarten, als dies die Kraftorte vermögen. Stimmt die Kraftqualität, steht dem üppigen Wachstum des Baums nichts mehr im Wege. Da weder die Bäume noch ihre Kräfte im Gelände bezeichnet sind, vertrauen Sie am besten auf Ihr Auge und Ihre Intuition. Bleiben Sie bei den grössten Baumriesen möglichst entspannt stehen und spüren Sie. Der einfachste Hinweis auf einen kraftvollen, gut verträglichen Platz ist jeweils das Gefühl, hier verweilen zu können oder zu wollen. Einen Ort, den Sie mit Sicherheit finden, ist der kleine, hölzerne Rundpavillon in der Nähe der Ruine. Nutzen Sie ihn für eine kurze Verschnaufpause und suchen Sie dabei die kraftvollen Stellen. Kraft in der Stärke eines Kraftorts finden Sie auf dem zweiten und dritten Bankabschnitt rechts des Eingangs. Kraftort spüren: auf der Rundbank.

Bild: Immer noch faszinierend: der alte Burgturm

Von der Wichtigkeit des Bödelis

Besteigen Sie danach die imposante Ruine der Reichsburg Wyssenau, die etwas zurückversetzt in der Wiese steht. Konzipiert wurde sie als befestigte Hafenanlage. Ihr Standort beim Einfluss der Aare in den Thunersee verweist auf die damalige Bedeutung des Bödelis, das sich zwischen Thuner- und Brienzersee bilden konnte. Es hat selbst eine spannende Geschichte, entwickelte es sich doch über Jahrhunderte als Schwemmebene im vom letzten Gletscher zurückgelassenen Wendelsee. Es ist eine spezielle Vorstellung, dass der riesengrosse Wendelsee von Thun bis Meiringen durch das Geschiebe von Lombach auf der einen Seeseite und Lütschine auf der anderen unterbrochen und in zwei Seehälften geteilt werden konnte. Die Geschichte hat sogar einen militärischen Aspekt. Während des letzten Krieges befanden sich hier der Reduitflugplatz Interlaken sowie das Armeehauptquartier von General Guisan

Bild: Seelandschaft mit Niesen

Kraftorte auf der Burg

Entlang einer lang gezogenen, restaurierten Mauer führt Sie der schmale Zugangsweg zur Ruine. Die erste schriftliche Erwähnung der Burg als «castrum de wissenowe» datiert ins Jahr 1298. Auf der Informationstafel finden Sie die Lage auf der ehemaligen Aareinsel und die wechselvolle Burggeschichte eingezeichnet und beschrieben. Zusätzlich sehen Sie die Wasserflächen um die Burg auf der Insel, bestehend aus Wassergraben, ummauertem Hafen und Hafenzufahrt, sowie die Einteilung der Anlage selbst. Ob sich der heute noch gut erkennbare Vorhof mit dem alten Hafen deckt, will der archäologische Dienst des Kantons Bern mittels Sondierungsarbeiten klären. Für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, ebenfalls unter Einbezug des archäologischen Dienstes des Kantons Bern, der Burgturm. Hof und Palas sehen Sie von oben. Auf der Plattform angekommen, geniessen Sie als Erstes die Aussicht auf Aare, See und Niesen. Auf den beiden Treppentritten zur vorderen westlichen Aussichtsecke finden Sie einen Ort der Kraft. Kraftort spüren: auf den beiden Treppentritten. Die vordere westliche Aussichtsecke ist vermutlich diejenige, die Sie anzieht. Sie überrascht mit einem Intensivkraftort. Intensivkraftplatz spüren: in der vorderen westlichen Mauerecke beim Betrachten der Seelandschaft und des Niesens. Die extrahohe, aufbauende Kraft spüren Sie alternierend von oben und von unten. Bei Interesse können Sie den Kraftort auf den beiden Treppentritten mit dem nahen Intensivkraftplatz in der Ecke vergleichen. Vielleicht können Sie für sich herausfinden, welche der beiden Kraftarten und -stärken Ihnen besser zusagt. Das ist individuell, zudem muss stärker nicht zwingend besser sein, Ihr Körper gibt Ihnen Auskunft. Natürlich braucht das Spüren unter Umständen eine gewisse Übung und Sensibilisierung. Seien Sie also nicht enttäuscht, sollten Sie wenig oder nichts wahrnehmen. Es ist allerdings nicht verkehrt, zu merken und zu empfinden, wo Sie sich aufhalten. Nur so können Sie Plätze, die Ihnen nicht bekömmlich sind, umgehen. Die malerische Föhre, hier in luftiger Höhe, wurzelt ebenfalls an einem Ort der Kraft. Kraftort spüren: neben der Föhre. Nehmen Sie sich Zeit, erleben, geniessen, entdecken Sie das eindrückliche Kulturdenkmal, die Ausblicke und die Kräfte und spazieren Sie entlang der Aare oder des Ufers nach Interlaken oder nach Neuhaus. Der Besuch des geschützten Denkmals zeigt Ihnen, dass auch ein Burgenstandort über Kraftorte verfügen kann. Je nachdem, was sich hier im Laufe der Jahrhunderte zugetragen hat, halten sich die unverträglichen Plätze in Grenzen. Vergleichen Sie die Burg mit einigen der zerstörten und wiederaufgebauten Kirchen in der weiteren und näheren Umgebung, kommt überraschenderweise die Burg mit ihren vielen verträglichen Kräften gut weg.

Bild: Geniessen Sie den monumentalen Zeitzeugen aus Stein

Die Insel in der Aaremündung soll später verlandet sein. Interessant wäre zu erfahren, was sich hier vor der mittelalterlichen Nutzung abgespielt hat. Gerne wurden Inseln in der prähistorischen Zeit als Begräbnisorte verwendet. Allerdings müssten diese Informationen energetisch nachweisbar sein. Im Bereich des zugänglichen Burgturms scheint es jedoch keine Beisetzungen gegeben zu haben. Hingegen verweist die energetische Testung auf Jahreszeitenfeierplätze, was mit den Kräften übereinstimmt. Die energetischen Testresultate müssten von der Archäologie verifiziert werden, um als belegte Aussagen zu gelten. Bis dies geschieht, lesen Sie die Aussagen als interessante Hinweise. Gehen Sie ihnen nach – spürend und mit viel Freude.