Ein Ausflug ins Teuffenthal

Ein Ausflug ins Teuffenthal

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Da, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen, ganz hinten im Teuffenthal, da liegt der Hof Obertalgut von Christian Fuss und Erika Bohren. Wer hier vorbeikommt, ob mit dem Auto, zu Fuss oder mit dem Bike, darf sich im Hofladen über Selbstgemachtes freuen.

Text: Corinne Kneubühler | Bilder: Larissa Dubach


Es ist nun schon 24 Jahre her, da hat Christian Fuss den elterlichen Betrieb übernommen. Neben seiner Tätigkeit als Landwirt arbeitet er als Holzbaupolier und Projektleiter. Seit 2022 arbeitet auch Erika Bohren auf dem Hof. Zusätzlich hat sie hier ihre eigene Gesundheitspraxis, in der sie verschiedene Massagen anbietet.

Im Stöckli nebenan wohnt Christians Mutter. Erikas zwei Töchter leben in Grindelwald und Christians vier Kinder, alle erwachsen und teils bereits mit eigenem Nachwuchs, sind ebenfalls ausgeflogen.

Erika kümmert sich um den Hofladen, die neue Ferienwohnung und selbstverständlich auch um die Tiere. Gemeinsam bewirtschaften sie und Christian 14 Hektaren Land und fünf Hektaren Wald. Die Landwirtschaftsfläche dient hauptsächlich als Grasland für die Tierfütterung sowie für den Mais, Getreide-, und Kartoffelanbau. Dadurch müssen Christian und Erika nur wenig Kraftfutter dazukaufen. Das Gleiche gilt für Stroh, da sie auch hier ihr eigenes Nutzen können. Zur Waldpflege gehört das rechtzeitige Fällen von grossen Bäumen, die sonst den jüngeren Bäumen das Sonnenlicht wegnehmen würden. Dadurch bleibt der Wald gesund. Das Holz verwenden Christian und Erika zum Beheizen des Bauernhauses und des Stöcklis. Ausserdem wird es auch zu Schnitzelholz verarbeitet oder als Bauholz verwendet. Zusätzlich stehen auf dem Gut rund 25 Obstbäume.


Bild: 
Die Geisslein werden gern gestreichelt.

 

Das Tierwohl im Vordergrund
Doch nicht nur die Bewirtschaftung von Land und Wald gibt viel zu tun: Mit Erika und Christian leben in Teuffenthal auch viele tierische Bewohner. Neben 15 Mutterkühen mit ihren Kälbern leben auf dem Hof Obertalgut auch 24 Milchziegen, der Ziegenbock Tibor sowie etwa 30 kleine Zicklein. Die Herde hat grosse Flächen mit saftigem Grün an den leichten Hängen abzugrasen. So werden Kühe wie Ziegen vorwiegend mit eigenem Heu, Mais und Grassilage gefüttert. Den Sommer verbringen fast alle Tiere auf der Alp, die Ziegen zum Beispiel auf der Langenegg ob Blumenstein. Der Hof ist ausserdem Mitglied im Schweizerischen Ziegenzuchtverband SZZV sowie im Verein Mutterkuh Schweiz, der sich für natürliche Tierhaltung und hohe Fleischqualität einsetzt. «Die Gesundheit unserer Tiere ist uns sehr wichtig», sagt Erika. «Wenn sie krank sind, leide ich auch mit. Es ist ein wenig, als ginge es einem Familienmitglied schlecht.» Behandelt werden die Tiere vorwiegend mit ätherischen Ölen und homöopathischen Mitteln, wenn nötig kommt ein Tierarzt vorbei. Auch effektive Mikroorganismen werden eingesetzt, zur Förderung eines gesunden, natürlichen Milieus in der Tierhaltung.

Bild: Nicht nur Ziegen, auch Kühe und Kälber leben auf dem Hof.

Gemeinsam auf der Weide
Die Eselmutter Rema und ihr anderthalbjähriger Sohn Tigre stehen auf derselben Weide wie die Ziegen. Das hat auch einen landwirtschaftlichen Vorteil: «Esel putzen quasi die Weide. Was Kühe und Ziegen stehen lassen, weil es ihnen zu grob ist, zum Beispiel, wird von Rema und Tigre gefressen.» Die beiden Esel sind ausserdem spazierfreudig und sind bei einer Wandertour gerne dabei. Solche Eselswanderungen gehören ab dem Frühling auch zum Angbot des Hofs.

Auf dem Hof spazieren und stolzieren noch weitere Bewohner herum. Christian und Erika besitzen acht Hühner, zwei federfüssige Zwerghühner und den Hahn Abraham. «Der beschützt die Frauen!», lacht Erika. Wenn die Hühner draussen auf dem Feld sind und Abraham plötzlich warnend ausruft, ziehen sie sich alle schnell in den Hühnerhof zurück. «Man sagt vielleicht ‹du dummes Huhn›, das stimmt aber eigentlich nicht. Hühner sind überhaupt nicht dumm», betont Erika. Hühner und Zwerghühner werden zusammen gehalten. Die kleinere Rasse mit den gefiederten Füssen fällt besonders auf.

Bild: In Reih' und Glied: Die Laufenten erkunden die Wiesen rund um den Hof.

Die Eier der Zwerghühner sind ebenfalls kleiner als die von typischen Hennen. Das Federvieh wird durch die fünf Laufenten Donald, Emma, Babette, Nora und Whitney ergänzt. Auch sie legen Eier, jedoch relativ wenige – insgesamt circa 100 Stück pro Jahr. Diese sind etwa gleich gross wie Hühnereier, haben aber eine etwas härtere Schale. Bei Erika finden sie hauptsächlich als Backzutat Verwendung. Die Laufenten laufen frei auf dem Hof herum und besuchen auch gerne mal das Nachbarsgras. Dort sind sie aber nicht unwillkommen, denn Laufenten schnabulieren nämlich sehr gerne Schnecken.

Bild: Seit vier Jahren leben Christian und Erika hier.

Der engste Begleiter von Christian und Erika ist jedoch Malou. Die zweijährige Hündin, ein Labrador-Appenzeller-Golden-Retriever Mischling, wedelt freundlich mit dem Schwanz und leckt ab und zu ein paar streichelnde Finger ab. Sie versteht sich gut mit den drei Katzen Mala, Akina und Rocky, und wenn diese mal Junge haben, droht auch ihnen durch Malou keine Gefahr.


Bild: Geschenkkorb voll Selbstgemachtem. 

Mit Liebe gemacht
Der Hofladen des Hof Obertalgut bietet ein vielseitiges und abwechslungsreiches Sortiment an. Neben den tierischen Produkten wie Ziegen- oder Alpkäse und Wurstwaren bietet Erika hier viel Selbstgemachtes an. Besonders die süssen Sachen sind gut vertreten: Die Regale sind mit Konfitüren, Sirup, Brätzeli, Honig, gebrannten Mandeln und Niidletäfeli gefüllt. Wer auf der Suche nach einem Geschenk ist, wird hier ebenfalls fündig: Gestrickte Wollsocken oder die Seifen aus Ziegenmilch, ergänzt durch eine selbstgemachte Karte bringen die Sorgfalt und Herzlichkeit des Hof Obertalgut mit an jeden Geburtstag. Aktuell, aber saisonabhängig, kann man im Laden auch Apfelsaft kaufen. Von den 25 eigenen Obstbäumen sind zwölf Apfelbäume. Erst vor drei Jahren sind auch Kirschbäume dazugekommen, die neuste Ergänzung zum Obstsortiment. Hier sehen Erika und Christian noch viel Potenzial: «Wir haben gerade Urdinkel angebaut. Vielleicht gibt es also ab nächstem Herbst hier auch Urdinkelmehl.» Wer eine Auswahl an Produkten in einem Geschenkkorb haben möchte, kann diesen auch vorbestellen. So können die vielen Spezialitäten direkt degustiert werden.

Bild: Erika versteht es, ihre Gäste kulinarisch zu verwöhnen.

Entspannen und Erleben in der Natur
Ein weiteres Angebot des Hof Obertalgut ist die neu erbaute Ferienwohnung. Die Ruhe des hinteren Teuffenthals kann hier mit Erlebnisferien auf dem Bauernhof kombiniert werden. Die kleinen Geisslein werden gerne gestreichelt, und auf dem Spielplatz können sich die Kinder austoben. Die Wohnung bietet Platz für fünf Personen. In der Umgebung gibt es ausserdem viele Möglichkeiten für Gäste, die gerne aktiv bleiben: Vom Winterlanglauf über Biketrails bis zum Baden im nicht weit entfernten See ist für jeden etwas dabei. Erika und Christian haben einen Ort geschaffen, an dem sich Tiere und Menschen wohlfühlen und der zum Verweilen einlädt.

Erika Bohren und Christian Fuss

Hof Obertalgut, Boden 41
3623 Teuffenthal
www.hofobertalgut.ch

Öffnungszeiten Hoflädeli
Das Hoflädeli ist offen, solange es hell ist.
Barzahlung oder TWINT möglich.


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